Unsere Goldreserven

Goldreserven
(Bild-Quelle: https://pixabay.com – Gemeinfrei)

Die Goldreserven der BRD

Anfang Januar 2013 ging es durch die Presse.
Die deutsche Regierung legt nun endlich die Karten auf den Tisch, wie viel Gold wo gelagert ist.

Aber erst, nachdem diese vom eigenen Bundesrechnungshof wegen der Intransparenz der im Ausland gelagerten deutschen Goldreserven gescholten wurde. Auch die fehlende Überprüfbarkeit wurde von Rechnungshof kritisiert.
Der Rechnungshof hatte in dem bekannt gewordenen Bericht weiter bemängelt, dass die in den Tresoren im Ausland gelagerten deutschen Reserven noch nie auf ihre »körperliche Zusammensetzung« und Echtheit überprüft worden seien.

In Zahlen:

Nun kommen also folgende Zahlen von der Bundesbank:

Gesamtbesitz der BRD an Gold: 3396 Tonnen

  • 1536 Tonnen (45 %) lagern davon in den Tresoren der US-Notenbank Federal Reserve in New York
  • 450 Tonnen (13 %) bei der Bank von England in London
  • 374 Tonnen (11 %) liegen in der Banque de France in Paris
  • 1036 Tonnen(31 %) des Goldes liegen in der Bundesbank in der BRD
  • Der Gesamtwert des Goldes der BRD: ca. 150 Mrd. Euro (Stand Nov. 2012)

Die Barren, welche in den USA lagern, waren vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren in das Eigentum der Deutschen Bundesbank übergegangen. Da Deutschland mehr nach Amerika exportierte, als Waren importierte, diente dieses Gold zur Bezahlung der hohen deutschen Außenhandelsüberschüsse.

Wie wir auf unserer Seite über Goldbarren darlegen, bestehen offensichtlich begründete Zweifel, ob unser Gold auch tatsächlich in vollem Umfang und Wert überhaupt noch vorhanden ist.

Noch im Jahre 2002 hat die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, Dr. Barbara Hendricks auf Anfrage des CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann folgende Aussage getätigt „… Die deutsche Bundesbank hält einen großen Teil ihrer Goldbestände in eigenen Tresoren im Inland …“.

Wie passt diese Aussage aber nun zu der jüngst getätigten Aussage von Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele „ … Wir haben Anfang des vergangenen Jahrzehnts 930 Tonnen Gold von London nach Frankfurt gebracht und dabei akribisch kontrolliert …“?
War dies nun vor oder nach 2002?
Im einen Fall wären zum Zeitpunkt der v.g. Aussage der Hendricks also lediglich 106 Tonnen der deutschen Goldreserven in der BRD gelagert. Das wären 3,12 % – im günstigsten Fall aber dennoch nur ein knappes Drittel. Ist dies ein »großer Teil«?

Was stimmt nicht mit unseren Reserven?

Kann es vielleicht doch sein, dass die USA im kalten Krieg unser dort gelagertes Gold als Wohlverhaltenspfand der BRD betrachtete?
Wie dem auch sei, nun will die Bundesbank nach und nach 300 Tonnen Gold von Amerika zurückholen. Und auch die gesamten 374 Tonnen Gold aus Frankreich nach Hause bringen.

Ziel sei es, so Thiele, ab 2020 die Hälfte der deutschen Goldreserven in eigenen Tresoren im Inland aufzubewahren.
Da 1036 (Bestand BRD) + 300 (Rückholung USA) + 374 (Rückholung Frankreich) = 1710 (50,35 %), dürfte dies somit alles sein, was die BRD ins eigene Land zurückzubringen gedenkt.

Der Rest der Goldreserven?

Ob dir restlichen 1236 Tonnen Goldbarren in den USA jemals auf deren Vollzähligkeit und Echtheit überprüft werden, darf infrage gestellt werden.
Man braucht eigentlich nur die üblichen Schneeball-Systeme zu kennen, um zu erkennen, wie ein kapitaler Betrug aussehen könnte.
Haben ein paar Länder deren Goldreserven im Land X gebunkert, könnte dieses Verwahr-Land X relativ problemlos alles, bis auf die größte Einzeleinlage eines Einlage-Lands zu Geld machen.

Kommen dann zufällig mal die Kontrolleure eines beliebigen Landes, kann stets genau die Anzahl der deponierten Barren vorgelegt werden.
Dem nächsten Prüfer aus einem anderen Land werden allerdings dann genau dieselben Barren als »seinen« Besitz gezeigt.
Nur kann so ein Schneeball-System in sich zusammenbrechen.
Sobald sich die Kontrolleure aller Einlage-Länder zum selben Zeitpunkt im Deponie-Land einfinden und zeitgleich ihre Einlagen zur Prüfung verlangen würden.

Oder auch, wenn alle Einlage-Länder die Seriennummer-Listen ihrer Goldschätze untereinander vergleichen würden. Damit ließen sich eventuelle mehrfach vergebenen Seriennummern erkennen.
Was dann ja ebenfalls auf oben beschriebenes System hindeuten würde.
Der Betrug würde nur auffallen, wenn alle Einlage-Länder die Herausgabe des deponierten Goldes verlangen.
Oder diese Länder miteinander und zeitgleich die Einzelprüfungen abstimmen.
Oder wenigstens deren Seriennummern-Listen vergleichen.

Machen wir uns nichts vor, sollte sich das fiktive Land X aus obigem Beispiel rechtswidrig an unserem Gold vergriffen haben, wäre dieses Land ruiniert. Aber damit zugleich auch bei entsprechendem Schaden die gesamte Weltwirtschaft am Ende.
Da dann das Volksvertrauen in Anlagen rapide schwinden und somit der Wirtschaft das Geld zum Arbeiten fehlen würde.

Es ist ja der Albtraum schlechthin für die Finanzpolitik, dass das Volk einmal das Vertrauen in den Fiskalmarkt verlieren könnte.
Ein solcher Fall würde wohl aber genau das auslösen.
So etwas würden die Regierungen also nie zulassen können, egal, was passiert ist.
Und das Volk würde dies auch nie erfahren.
Warten wir es ab, was die Zukunft bringt.

Übrigens, Achtung beim Goldkauf.
Es treten immer mehr illegale Fälschungen von Gold-Barren und -Münzen auf, die aber einen wertlosen Wolframkern haben, welcher den tatsächlichen Goldanteil eklatant verringert (Quelle).

Ausführlicher Informationen zu Falschgold-Barren und -Anlagen finden Sie auf meiner Webseite.

Nachtrag August 2019

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